Maskenball der Mieminger Bäuerinnen 2013 – „…Schlumpfblau“

"Schlumpfblau" - das Motto beim 5. Maskenball der Mieminger Bäuerinnen im Neuwirt. Foto: Michael Sonnweber
"Schlumpfblau" - das Motto beim 5. Maskenball der Mieminger Bäuerinnen im Neuwirt. Foto: Michael Sonnweber
Beim 5. Maskenball der Mieminger Bäuerinnen am Samstag, dem 9. Feber 2013 war alles blau. Schlümpfe sind nun mal blau - Königsblau. Wer sich unvorbereitet und ohne Maskierung in den zum großen Jahresfest auserkorenen Schlumpf-Bau, dem Gasthof Neuwirt, nach Untermieming begab, drehte sich entweder gleich wieder auf dem Absatz um oder ließ sich eine "Maske in Blau" verpassen.

Es ist nicht überliefert worden, dass es jemand wagte, umzukehren. 

Die „Alpen Rowdies“ spielten in allen Farben, dem Abend zur Ehre, überwiegend in Blau. Ein Höhepunkt war der „Mieminger Hexentanz“ gegen Null Uhr.

 „Aufgedirndelte Jungbauern“

Als die neue Ortsbäuerin Barbara Spielmann zum Mikrofon griff, waren ihre Mitstreiterinnen in einer Art von Stimmungstrance, dem sich niemand entziehen konnte. Da war es kurz nach 20 Uhr nicht leicht, die Form zu wahren, erst recht nicht als eine aufgedirndelte Jungbauern-Delegation,  – allesamt ihre üppigen Dekolletés zur Schau tragend – den Schlumpfbau einnahm. Angeführt von Michaela Wallnöfer, begleitet von ihren Lieblichkeiten, Christl Post, Andrea und Markuse Scharmer,  war der weitere Verlauf des illustren Ballabends vorbestimmt. Zur späteren Versteigerung überreichten sie der Ortsbäuerin Barbara einen zuvor käuflich erworbenen Kuchen. Der sollte im Verlauf des Abends seinen Wert um mehr als das Zehnfache steigern. Analog zu den Gepflogenheiten unserer Jungbauernschaft / Landjugend Mieming.

Kein Mieminger Ball ohne Schätzspiel

Schätzspiele sind im Mieminger Ball-Leben nicht mehr wegzudenken. Sie sind der mitternächtliche Höhepunkt jeder großen Ballnacht. Ohne Schätzspiel keine Gäste, ohne Gäste kein Ball et cetera (…und so weiter) ohne Ball wäre der Jahresauftakt unseres gesellschaftlichen Lebens sehr fad. Weil schon zum Auftakt alles so gut lief, entließ Ortsbäuerin Barbara Spielmann ihre Herolde und verlas kurzerhand höchst persönlich das Programm. So wollte sie erwähnen (vergaß es aber vor Aufregung), dass die „Alpen-Rowdies“ von Klaus Kneringer und Jürgen Schwitzer schon 1996 gegründet wurden, mit dem künstlerischen Ziel, Haus- und Hof-Kapelle beim jährlichen Maskenball der Mieminger Bäuerinnen zu sein. So ähnlich lässt sich das in allen veröffentlichten Chroniken des alpenländischen Duos nachlesen.

Einmachglas voller Gummi-Schlümpfe

Vergessen wurde allerdings nicht, auf das Schätzspiel zu verweisen und die Aufgabe des Ballabend kund zu tun. In einem Einmachglas, von der EU-genormten Größe eines ortsüblichen und verschließbaren Gurkenglases, lagerten jede Menge Mini-Schlümpfe, aus einem scheinbar kristallinen Rohstoff, den unsere Altvorderen schon von ein paar hundert Jahren angeblich aus den Stollen der Mieminger Berge förderten. Um welchen Rohstoff es sich dabei handelte, verraten wir vielleicht beim nächsten Schätzspiel (nur so viel vorab – es war Gummi. Schnöder, importierter, lächerlicher Hart-Gummi, der überall bei uns vorkommt, zum Beispiel am Amazonas). Heuer ging es deshalb um die Anzahl der Gummi-Schlümpfe. Wer der Antwort am nächsten kam, befreite die kleinen Gummi-Schlüpfe aus ihrem Einmachglas. Doch dazu in unseren Mitternachtsspitzen mehr.

Das Lied der Schlümpfe

Wir hoffen jetzt nicht, dass Ihr vor lauter Neugierde schon unsere Fotos vom Maskenball angeschaut habt?? – Habt ihr doch??- Das fängt ja wieder mal gut an! – Na, gut. Dann brauchen wir ja nicht zu schreiben, dass die Mieminger Bäuerinnen, angestimmt von der Weberinnen-Schlümpfin, ihre Hymne zum Auftakt sangen. Weil Schlümpfe bekannterweise nur ein Kurzzeitgedächtnis haben, und somit alles zuvor im Merkzentrum Abgespeichertes nach 100 Jahren wieder vergessen, mussten die Schlümpfinnen ihr „Lied der Schlümpfe“ vom Blatt absingen. Das störte niemanden der Festgäste, ob des Feen-gleichen Gesangs (kaum darf ich mal wieder schreiben, geht die angeborene Plaudertasche wieder mit mir durch…).

Jeder bemalte jeden mit blauer Schlumpffarbe

Ich kürze also ab – mit Blick auf Deine und meine Zeit! Der Abend war derart stimmungsvoll und ausgelassen – jeder bemalte alle anderen mit blauer Farbe (dieser lustigen Aufgabe widmete sich vor allem Schlumpf Stefanus, vom Radio-Sinfonierorchester Mieming der Schlümpfe). Sagmeister Edith kam beim Schätzspiel der gesuchten Zahl 172 am nächsten und erhielt aus den Händen der Ortsbäuerin den 1. Platz, gefolgt von Krug Simone, auf dem 2. Platz, Duinkerk-Raitmair Xandi (genannt Neuwirtin) auf dem 3. sowie Kapeller Martin und Krug Tamara auf dem 4. bzw. 5. Platz. Nach der Preisvergabe, bei der die meisten Schlümpfe schon erkennbar leicht bis mittelschwer alkoholisiert waren, arbeitete jeder rechtschaffene Schlumpf an seinem persönlichen Zustand um bis frühesten 5 Uhr am Morgen seinen jeweils persönlichen Glückszustand erreicht zu haben.

Faschingsauskehr am Dienstag

Dann schlumpfte man, in allen vier Himmelsrichtungen auseinander. Nicht, ohne sich zuvor in die blauen Schlumpfhände hinein zu versprechen, sich noch einmal zur Faschingsauskehr, morgen, am Faschings-Dienstag, zu treffen (unter uns, Treffpunkt ist zwischen ca. 12 bis 14 Uhr). Nachdem sich alle Gäste versammelt habe, wird bis längstens Aschermittwoch der Fasnachtsausklang gefeiert. Auf dem Parkplatz vom Café Maurer.

Auflösung Schätzspiel

Fast hätten wir es vergessen: Der Jungbauern-Kuchen wurde übrigens um 200 Euro vom Jungbauern-Boss ersteigert. Der Kuchen hat somit keine 24 Stunden überlebt. Das kostbare Stück wurde nämlich von den Jungbauern selbst – noch vor dem Morgengrauen, so ist der Brauch – verspeist. Nicht aber, dass jetzt die Kunde umgeht, unsere Jungbauern könnten nicht mit Geld umgehen. Das wäre in hohem Maße unanständig.

Meinung
Dieses Verfahren lernt man bei der EU in Brüssel. Alle Nationalstaaten versuchen schließlich dort auch, ihr in einem Budgetjahr investiertes Geld wieder zurück zu bekommen.

Fotos: Michael Sonnweber

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Michael Sonnweber

In meiner Freizeit bin ich gerne in den heimischen Bergen unterwegs – meist mit Kamera im Gepäck. Seit dem Start von Mieming-Online unterstütze ich dieses Aushängeschild von Mieming mit Bildern und Beiträgen.

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