Almabtrieb Hochfeldernalm 2019 – Ankommen, Heimkommen

Almabtrieb 2019 Ankunft in Obermieming Foto: Andreas Fischer
Wenn die wartenden Zuschauerinnen und Zuschauer in Obermieming diese Bilder sehen, haben Mensch und Tier die größten Strapazen schon hinter sich.

„Heuer waren über 200 Stück Vieh auf der Hochfeldernalm“, erfahren wir von Almobmann Andreas Scharmer. „Ein Teil von ihnen wurde schon in den vergangenen Tagen zurück nach Mieming geführt. Mit 80 Tieren sind wir heuer zu Fuß beim Almabtrieb von Hochfeldern nach Obermieming abgefahren, wie wir sagen.“ Mit großem Beifall wurden die Almabfahrer in Obermieming empfangen.

„6:00 Uhr Abfahrt bei Andreas“ – so kurz und bündig war die Nachricht am Vorabend des Almabtriebes von der Hochfeldern Alm nach Obermieming. Eine 1 Stunde später öffnen die Hirten beim Sammelplatz der Tiere in der Feldernalm das Viehgatter zum langen Weg nach Obermieming. Von 0 auf 180 in 5 Sekunden, oder der Puls der Hirten und HelferInnen in 10 Sekunden von 60 auf 200, und dann geht`s in diesem Tempo mehr als 1 Stunde talauswärts. Es ist der Beginn eines anstrengenden Tages – des Almabtriebes von Hochfeldern nach Obermieming. Die Bewältigung des rund 35 km langen Weges verlangt allen sehr viel ab.

Die Feldernalm im Gaistal ist seit Jahrhunderten die Almweide der Obermieminger Bauern. In einer Urkunde vom 3. Mai 1340 erteilen die Obermieminger Bauern als Gegenleistung für die Neuerrichtung der St. Gertraudenkirche – die heutige Georgskirche – dem „Closter Stambs“ für 26 Jahre das Recht, „mit ihrem vieh auf die Albe zu fahren und diese zu benutzen“. Die neue Feldernalm wurde 1964 in Hochfeldern errichtet. Der Almbetrieb konnte und kann nur durch hohe Eigenleistung der Almmitglieder aufrechterhalten bleiben.Viele Generationen von Obermieminger Bauern haben das Ihre dazu beigetragen – und das war nicht immer leicht – dass die Hochfeldernalm heute so dasteht. Nach der Neueröffnung am 28. August 2016 wurde die Hochfeldernalm noch mehr ein beliebtes Ausflugsziel im Sommer und im Winter.

Andreas Schneider und Stefan Kapeller waren heuer die „Dienstältesten“ im Kreise der Helferinnen und Helfer, die den langen Weg von der Feldernalm bis Obermieming gegangen sind. Stefan Kapeller sieht die Welt berufsbedingt öfters von oben, er fliegt Hubschrauber beim ÖAMTC. „Hier bin ich aufgewachsen, hier bin ich zuhause. Das Vieh heimbringen ist etwas archetypisches, ein wunderbares Erlebnis“. Andreas Schneider vulgo“Dres“ hat im Alter von 10 Jahren zum ersten Mal Vieh gehütet und ist – natürlich zu Fuß – von der Alm „abgefahren“, wie man hier in Mieming sagt. Seitdem war er immer wieder auf den Almen unterwegs. Sogar in der Schule wurde er freigestellt, damit er hüten gehen kann. Beim Almabtrieb Hochfeldern ist er sicher schon seit 10 Jahren dabei und freut sich jedesmal schon auf den nächsten. Seine Frau Silvia versorgt ebenso seit dieser Zeit die Helferschar mit Nachschub. Sohn Mathias hilft seit seinem 8. Lebensjahr mit. Viele junge Obermiemingerinnen und Obermieminger waren heuer neu dabei. Sie haben es von ihren Eltern gelernt und übernommen, so wie diese es wieder von ihren Eltern übernommen hatten … 

„Alles gut gegangen, alle gut heimgebracht, wir haben aufprostern dürfen“, sagen Martin Reich und Fabio Riml, die Pächter und Hirten der Hochfeldernalm,“ wir haben eine super Saison gehabt und sind zufrieden“. Danke sagt auch Almobmann Andreas Scharmer, „Das haben wir nur Euch (Anm.: den Hirten) zu verdanken, dass alles so wunderbar gelaufen ist“.  Und zu uns gewandt, „sie sind einfach die besten“.

„Aufgeprostert“ (geschmückt) wird das Almvieh nur, wenn während des Almsommers kein Tier zu Schaden kam. Den Schmuck haben die Obermieminger Bäuerinnen gemeinsam und in liebevoller Handarbeit gefertigt. Barbara Spielmann: „Das gehört dazu, unsere Tradition eben“.

Beim traditionellen Almabtriebsfest beim Kälberhag in Obermieming  feierten viele Menschen mit den Hirten und der Helferschar den erfolgreichen Tag. Die Bergrettung Mieming sorgte  in hervorragender Art und Weise mit heimischen Schmankerln für das leibliche Wohl. Charly, Siggi und Martin – zusammen sind sie „Halli Galli“ – waren Garanten für wunderbare Musik und Unterhaltung.
Abends trafen sich die Hirten, einem alten Brauch folgend,  noch zum „Hirtenmahl“ im Gasthof Post, um den Tag noch bei dem einen oder anderen Glas ausklingen zu lassen …

Weblinks: Hochfeldernalm
                  Bergrettung Mieming
                  Am Vorabend wird das Vieh zusammengetrieben

 

Fotos: Andreas Fischer, Elias Kapeller, Daniel Fischer

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Andreas Fischer

Persönliche Interessen: Musik, Geschichten schreiben oder lesen. Ich spiele noch aktiv beim Ensemble Polkaschwung. Herausgeber des Blogs Zeitsprünge Mieming. eMail: andreas.fischer@mieming.online

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