Großer Bahnhof im Kuhstall – Tiroler Qualitätsfleischprogramm vorgestellt

(von links) Michael Wurzrainer (Projektverantwortlicher der Rinderzucht Tirol), Josef Geisler (LHStv.), Thomas Danzl (GF Landeskulturfonds) und Bauer Hannes Post. Foto: Knut Kuckel
(von links) Michael Wurzrainer (Projektverantwortlicher der Rinderzucht Tirol), Josef Geisler (LHStv.), Thomas Danzl (GF Landeskulturfonds) und Bauer Hannes Post. Foto: Knut Kuckel
Ochsen und Kälber staunten nicht schlecht, über das Besucheraufkommen in ihrem Stall. Der Rinderzuchtverband Tirol stellte am Bauernhof von Hannes Post in Mieming sein neues Projekt vor. Qualitätsfleisch von Rindern Tiroler Almen soll in Zukunft in den Geschäftsregalen stehen.

Tirols Landwirtschaft ist traditionell von der Milchwirtschaft dominiert. „Im Fleischbereich haben wir Aufholbedarf“, stellte LHStv. Josef Geisler gleich anfangs fest, „die neue Qualitätsschiene bietet große Vermarktungschancen, auch für Kleinbetriebe wie hier im Oberland.“

Das Qualitätsfleischprogramm stehe vor seiner Ausreifung, so Geisler. Zu den Partner-Märkten gehöre neben anderen die Einkaufskette SPAR.

Gastgeber der Präsentation unter dem vorläufigen Projektnamen „Weidevieh“ war Landwirt Hannes Post. Mit dem Einstieg in die Rindermast stellt er seinen Betrieb auf drei Standbeine: Milchviehhaltung, Qualitätsfleischproduktion und Anbau von Erdäpfeln.

Ein Großteil seiner Masttiere ist auf der Alm. Das gehört zum Qualitätsfleischkonzept. „Das Vieh muss mindestens einen Sommer lang auf der Alm gewesen sein“, sagt Hannes Post im Gespräch mit Mieming.online. „Das Mastvieh kommt hauptsächlich aus unserer eigenen Zucht, den Rest kaufen wir hinzu. Vor allem Kälber im Alter von zwei bis drei Wochen.“

Vollerwerbsbauer Hannes Post bewirtschaftet seinen Betrieb in Obermieming gemeinsam mit Eltern, Oma, Bruder und Schwägerin.

Der ursprünglich mit ca. 38 Kühen auf Milchproduktion und den Anbau von Kartoffeln spezialisierte Betrieb wurde 2010 von Hannes Post übernommen. Zurzeit hält er ca. 20 Kühe und schon 100 Stück Mastvieh, das während der Sommermonate auf der Hochfeldernalm im Gaistal gealpt wird.

Für das Tiroler Qualitätsfleischprogramm gelten strenge Kriterien. Geschlachtet werden dürfen nur Ochsen und Kälbinnen, die in Tirol geboren und aufgezogen wurden und mit heimischem Futter großgezogen wurden. Das Schlachtalter muss unter 30 Monaten sein.

„Ziel ist es, ein einzigartiges, regionales Qualitätsprodukt auf den Markt zu bringen und so einen Mehrwert für Produzenten und Konsumenten zu schaffen“, so Josef Geisler. Das Programm soll unseren bäuerlichen Betrieben einen Mehrerlös von 20 bis 25 Prozent bringen.

Organisatoren des Projektes sind die Rinderzucht Tirol und das Agrarmarketing. Bei der Umsetzung werden sie vom Landeskulturfonds unterstützt. Der Landeshauptmann-Stellvertreter: „Es gibt viele junge Absolventen der Landwirtschaftsschule mit klugen Ideen, die werden mit ihren Start-Ups vom Landeskulturfonds unterstützt.“

Projektleiter Michael Wurzrainer: „Wir sind in der Test- und Aufbauphase. Wir sind permanent auf der Suche nach weiteren Betrieben, 25 Produzenten beteiligen sich bereits mit 350 Rindern am neuen Programm.“

Die Nachfrage nach hochwertigem Rindfleisch steigt, so Wurzrainer. 1000 Schlachtungen pro Jahr sei das mittelfristige Ziel. Für Wurzrainer ist das in fünf Jahren realistisch.

Um trotz Verzicht auf Intensivtierhaltung eine ausgezeichnete Fleischigkeit der Rinder zu erreichen, bietet der Rinderzuchtverband Tirol den teilnehmenden Betrieben Beratung für Zucht und Fütterung an.

Unterstützt wird das Tiroler Qualitätsfleischprogramm seit rund einem Jahr vom Landeskulturfonds. Die Grundlagenarbeit einer neuen Marke sei so kostenintensiv. „Deshalb stellen wir über den Landeskulturfonds Mittel zur Verfügung,“ so Josef Geisler.

„Es gibt viele junge Absolventen der Landwirtschaftsschule mit klugen Ideen, die werden mit ihren Start-Ups vom Landeskulturfonds unterstützt,“ sagt der Landeshauptmann-Stellvertreter.

Mag. Thomas Danzl, Geschäftsführer des Landeskulturfonds (LKF) sieht einen Teil seiner Leistungen in der Beratung und Unterstützung der Bauern. Allein im Bezirk Imst wurden im Jahr 2017 Agrarinvestitionskredite in Höhe von 565-tausend Euro vergeben. „Auf Landesebene macht das gerade mal 5,30 Prozent aus“, sagt Thomas Danzl.

Für den Mieminger Hannes Post gab es eine Reihe von Gründen für den Einstieg in die Rindermast. „Ausschlaggebend waren vor allem die kostenintensive Milchviehhaltung. Die Mast macht weniger Arbeit.“

Aber 2019 möchte der heute 39-jährige Bauer neben dem eigenen Futtergetreide zusätzlich Braugerste für die heimische Brauereiwirtschaft anbauen. Hannes Post zeigt damit Innovationsgeist und nicht zuletzt Alternativen für die Landwirtschaft auf.

Weblink:
Bauernhof Post
 → Rinderzucht Tirol

Fotos: Knut Kuckel

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