Afra-Fest in Affenhausen – Die Heilige Afra schickte einen Regenguss vom Himmel

Hildegard Stöger, Leander Kaiser, Annaliese und Günther Stecher präsentierten die Afra-Benefizlithographie „Ich fürchte nicht“. Foto: Knut Kuckel
Hildegard Stöger, Leander Kaiser, Annaliese und Günther Stecher präsentierten die Afra-Benefizlithographie „Ich fürchte nicht“. Foto: Knut Kuckel
Zum 15. Afra-Fest in Affenhausen am Sonntag, dem 5. August 2018 stellte Alt-Landeshauptmann Herwig van Staa den Künstler Leander Kaiser vor. Die auf Stein gedruckte Afra-Benefiz-Lithographie nennt der Bildermacher und Publizist „Ich fürchte nicht“.

Das Kunst-Fest im Wildermieminger Ortsteil Affenhausen ist traditionell der Heiligen Afra gewidmet. Die Märtyrerin wird u.a. angerufen von Frauen in Not und zum Schutz gegen Feuer. Deshalb nahmen es die vielen Gäste mit großer Gelassenheit und Dankbarkeit hin, dass die Heilige das Fest mit einem kräftigen Regenschauer zum Auftakt beschenkte.

„Das hat – in Erinnerung an das Afra-Fest des vergangenen Jahres – ja fast schon eine gewisse Tradition“, sagte der Zisterzienser German Erd. Der Stamser Abt las zum Auftakt die Festmesse vor der Afra-Kapelle. Begleitet von der Stadtmusikkapelle Wilten unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Kostner.

„Ich fürchte nicht“ heißt die diesjährige Lithographie vom Maler Leander Kaiser, der mit seiner Frau Hilfegard Stöger zum Afra-Fest kam. „Frauen brauchen Mut“, sagt der Künstler, mit Blick auf die Tradition des Afra-Festes. Den Titel „Ich fürchte nicht“ leiht sich Leander Kaiser aus der Arie der Leonore im Fidelio. „Allerdings im umgekehrten Verhältnis“, so Kaiser. „Frauenhäuser retten Frauen vor Männern – in der Beethoven-Oper „Fidelio“ bewahrt eine Frau ihren Mann vor dem Kerker.“

Die Afra-Benefizlithographie wurde von Steindrucker Günther Stecher in 14 Farben gedruckt. Dazu werden 14 Steinplatten gebraucht. „Für jede Farbe ein Stein“, so Günther Stecher.

Herwig van Staa charakterisierte Leander Kaiser und ging zum 15-jährigen Jubiläum auf alle anderen Künstler ein, die bislang mit einer Lithographie zum Re­nom­mee des Afra-Festes beitrugen. August Stimpfl machte 2004 mit der Lithographie „Weib“ den Anfang. Es folgten Paul Flora, Herbert Danler, Chryseldis Hofer-Mitterer, Franz Pöhacker, Patricia Karg, Walter Nagl, Robert Scherer, Anton Christian, Jos Pirkner, Elmar Kopp, Nino Malfatti, Franz Mölk und in diesem Jahr Leander Kaiser.

Van Staa würdigte in seiner bemerkenswerten Rede alle Künstlerinnen und Künstler. „Die meisten von ihnen sind mir sehr oft begegnet.“ Der frühere Tiroler Landeshauptmann und Landtagspräsident würdigte auch die bereits verstorbenen Künstler wie August Stimpfl, Paul Flora, Herbert Danler und Chryseldis Hofer-Mitterer.

Unter den Gästen sahen wir u.a. Ursula Ganahl-Flora (die Witwe von Paul Flora), die Landtagsabgeordnete Dipl.-Ing.in Evelyn Achhhorner, Anneliese Junker (Obfrau der Initiative „Frauen helfen Frauen“), Mag. Gabi Plattner (GF Tiroler Frauenhaus), den Würzburger Domkapitular Clemens Bieber, die Künstler Nino Malfatti und Elmar Kopp sowie den Vorarlberger Bildhauer Herbert Meusburger und den Grafiker Willi Pechtl.

Der 1947 in Innsbruck geborene Leander Kaiser lebt als freischaffender „Bildermacher“ und Publizist in Wien. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien Malerei, dann an der Universität Wien Philosophie, Soziologie und Kunstgeschichte. Als Aktivist der 68er-Bewegung begründete er gemeinsam mit Robert Schindel und seinem Zwillingsbruder Konstantin Kaiser und anderen die „Gruppe Hundsblume“. Die links-politisch engagierte Studentenzeitschrift beschäftigte sich vordergründig mit Literatur, Pädagogik und Philosophie.

„Leander Kaisers Bilder haben in der Kunstwelt und bei Sammlern einen hohen Stellenwert“, sagt Günther Stecher im Gespräch mit Mieming.online. „Die aktuelle Nachfrage nach der Afra-Lithographie bestätigt das.“ Alle 135 Lithographien der limitierten Auflage sind vorbestellt. Ein vom Künstler signiertes Blatt kostest 380 Euro. Auf Wunsch wird die Lithographie auch gerahmt.

Malerei sei „Menschenkunde“ meint der Künstler, mit Blick auf sein bewegtes Leben. Im Kunstbetrieb hat er sich als Kritiker einen Namen gemacht. Obwohl er 1979 über Hegel promovierte, mag er nicht als „Philosophen-Künstler“ bezeichnet werden.

Ein Philosoph unter den Künstler dieser Welt ist er allemal. Seine Kunst beantwortet die Fragen des Lebens. Was er sagt und schreibt macht nachdenklich, hat Tiefgang.

„Der kleine Gott der Malerei und der Poesie sieht den Menschen unentwegt freundlich zu. Von Zeit zu Zeit muss er sein Gesicht voll Entsetzen abwenden, aber er wendet es wieder zurück. Er sieht nicht alles, aber jeder Mensch hat ein Recht, von ihm gesehen zu werden.“

Ob Leander Kaiser ein gottesfürchtiger Zeitgenosse ist, bleibt offen. Bekannt ist allerdings, dass er für „seinen Gott“ einen Namen hat: „HUMANUS, den Heiligen der Kunst.“ Malerei, wie die seine, spreche zur Biographie, zum Erleben des eigenen Lebens. Zur Erinnerung. Kaiser nimmt sich nicht bloß aktuell wahr, sondern als „ein gelebt habender und künftige Lebenswege gehen wollender“.

Die Benefizsumme der vergangenen 14 Jahre beträgt zurzeit 431.200 Euro. Im vergangenen Jahr konnte dank einer Lithographie von Franz Mölk ein Spendenrekord von 47.000 Euro erzielt werden. Wie hoch die gespendete Summe in diesem Jahr sein wird, erfährt die interessierte Öffentlichkeit im Rahmen einer Adventfeier im Hause Stecher am 8. Dezember. Dann wird den Frauenhäusern der Scheck aus den Erlösen der Afra-Lithographie von Leander Kaiser überreicht.

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Fotos: Knut Kuckel

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